Die Logo-Praxis in Witten und Bochum - Logopädie Holger Többen

Die Logo-Praxis
Holger Többen

Behandlungsfelder

Vier, maximal 5 Jahre brauchen Kinder normalerweise, um richtig sprechen zu können. Aber damit nicht genug.

Auch im Erwachsenenalter bzw. auf dem Weg dorthin, steigen die Anforderungen an unsere Kommunikationsfähigkeit in der heutigen Gesellschaft stetig vom Kindergarten, über die Schule oder Berufswelt bis zum sozialem Umfeld.

Durch Entwicklungsbeeinträchtigungen oder Erkrankungen kann dieses komplexe System jedoch so beeinträchtigt werden, dass selbstverständlich genutzte Dinge, wie die Sprache, das Sprechen, die Stimme oder das Schucken nicht mehr funktionieren.

Einen Teil der Störungen die es in diesen Bereichen sowohl im Kindes als auch Erwachsenenalter auftreten können, habe ich hier einmal exemplarisch aufgeführt:

Auffälligkeiten bei der Sprachentwicklung

Mädchen bei Sprachübung

Verläuft die Entwicklung der Sprache nicht altersgemäß, spricht man je nach Grad und Ursache von einer Sprachentwicklungsverzögerung, Sprachentwicklungsstörung oder Sprachentwicklungsbehinderung.

Betroffen können die Aussprache/den Lauterwerb, die Grammatik/den Satzbau, der Wortschatz und/ oder das Sprachverständnis sein. In der Folgekommt es häufig zu Kommunikationsbeeinträchtigung bid hin zu sozialem und kommunikativen Rückzug. Eine Sprachentwicklungsbeeinträchtigung gilt zudem als Risikofaktor bei der Entwicklung von Lese- und Rechtschreibsstörungen. 

Ursachen von kindlichen Sprachstörungen 

Häufig sind es mehrere Verursachungsfaktoren , die verantwortlich für die Entstehung oder Aufrechterhaltung der Sprach,- oder Sprechstörung verantwortlich sind. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Organische Ursachen (z.B. Hörstörungen, Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, neurologische Störungen, Bewegungsstörungen etc.)
  • Vererbte Ursachen (die Sprachstörung wird nicht vererbt, aber eine Disposition zu einer Sprachschwäche kann vorliegen)
  • Soziokulturelle Ursachen (z.B. zu hoher Fernsehkonsum bei geringer Kommunikation in der Familie, wenig Sprachanregung, ungünstiges Verhalten bei Zweisprachigkeit etc.)
  • Psychische Ursachen (z.B.durch Partnerschaftskrisen, Erziehungsunsicherheiten, Traumata etc.)

Logopädische Therapie

Die Aufgabe des Logopäden besteht u.a. darin, Abweichungen von der Normalentwicklung zu erkennen und ggf. Behandlungsvorschläge zu machen bzw. die Behandlung durchzuführen.

Bei sehr kleinen Kindern (ca. 2-3 Jahre) wird häufig zuerst eine Elternberatung favorisiert, in der u.a. sprach- und sprechfördernde Verhaltensweisen besprochen und eingeübt werden können. Die direkte Therapie mit dem Kind verläuft immer in kindgerechter, individuell angepasster Form, je nach Ausprägung der Störung ein- bis mehrmals wöchentlich ca. 45 Min.

Die logopädische Behandlung erfolgt in der Regel nach ärztlicher Verordnung (privat und alle Kassen).

Rufen Sie einfach an, wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben. Wir helfen Ihnen gerne weiter.

Störungen der Aussprache (früher Dyslalie)

Mädchen bei Übung gegen Lispeln

Phonetische und phonologische Störungen sind Störungen der Aussprache bzw. der Lautanwendung.
Eine rein phonetische Störung liegt vor, wenn ein Kind nicht in der Lage ist, einzelne Laute zu bilden bzw. sie fehlbildet. Bekannt ist hier vor allem die Fehlbildung des Lautes /s/ („Lispeln“).
Von einer rein phonologischen Störung wird gesprochen, wenn ein Kind einen Laut zwar korrekt bilden kann, ihn jedoch nicht korrekt anwendet.
Bespiele: Ersetzungen (Bsp.: Schule -> Sule, Kissen -> Tissen), Lautauslassungen (Bsp.: Knopf -> Nopf, Blume -> Bume)
Häufig kommt es zu Mischformen, den phonetisch-phonologischen Störungen.
Sind mehrere Laute betroffen, so ist das Kind häufig für außenstehende Personen sehr unverständlich.

Ursachen

  • Hörstörungen (z. B. verursacht durch häufige Mittelohrentzündungen)
  • Differenzierungsschwäche der Laute
  • schwache Muskulatur im Mundbereich
  • Genetische Veranlagung (familiäre Häufung)
  • Unbekannte Ursachen

Spezielle Formen von Sprechauffälligkeiten

Näseln (Rhinophonie)

  • Sprechen mit näselndem Stimmklang 
  • Offenes Näseln: Der Luftstrom kommt durch die Nase statt durch den Mund (z.B. bei Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte oder bei "Schonhaltung" nach "Polypen"-Entfernung)
  • Geschlossenes Näseln: Der Luftstrom kommt durch den Mund, wenn er durch die Nase kommen sollte (z.B. bei "Polypen" und schwerem Schnupfen)

Lippen-Kiefer-Gaumenspalten

LKG-Spalten sind Fehlbildungen des Gesichts, deren Entstehung noch nicht endgültig geklärt ist. Der Ort der Fehlbildung (Mund- und Nasenraum) und dessen Nähe zu Ohr und Kehlkopf können sich auf die Sprachentwicklung des Kindes nachteilig auswirken. Im interdisziplinären Team (zusammen mit Kieferchirurg, HNO-Arzt, Kieferorthopäde) muss die Behandlung frühzeitig beginnen. Bereits im Alter von wenigen Monaten sollte das Kind einer LogopädIn vorgestellt werden (z.B. Elternberatung, Behandlung der evtl. gestörten Trink- und Kaufunktion, Schaffung der muskulären Voraussetzungen für spätere Artikulation). Später sollen falsche Artikulationsmuster, die sich das Kind im Laufe der Zeit angeeignet hat, abgebaut und durch korrekte neue ersetzt werden.

Störung der muskulären Strukturen im Mund- und Gesichtsbereich

Junge mit verschiedenen Gesichtsausdrücken

Eine „orofaziale Störung“ ist eine Störung des Muskelgleichgewichtes im Mund- und Gesichtsbereich. Beeinträchtigt können die Muskelspannung, Muskelfunktion oder deren Bewegungsabläufe sein.

Durch die ungünstige Beeinträchtigung kommt es zu einem ungünstigen Schluckmuster und/ oder einem veränderten „interdentalen“ Sprechmuster (z.B. „lispeln“).

Es können in diesem Zusammenhang aber auch unterschiedliche Arten von Zahn- und Kieferfehlstellungen entstehen.

Mögliche Ursachen

  • genetische oder neurologische Ursachen 
  • Ungünstige Flaschenernährung (Flaschennuckeln als Angewohnheit oft bis ins Schulalter, ungünstige Flaschensauger)
  • Ungünstige Nahrung (zu weiche und damit verbunden fast ausschließlich süße Nahrung regt die Muskulatur im Mundbereich nicht genügend an)
  • Nuckelgewohnheiten (sog. "habits") wie Daumenlutschen oder zu lang anhaltdendes Schnullerlutschen –
  • Behinderung der Nasenatmung (durch Infekte, Allergien, vergrößerte Rachen- und/oder Gaumenmandeln), dadurch kommt es zu offener Mundhaltung und damit zur Erschlaffung der Zungen- und Gesichtsmuskulatur

Mögliche Symptome

  • Mundatmung: Die Zunge ruht im Mundboden oder zwischen den Zähnen, was den Mundschluß erschwert
  • Artikulationsstörungen, wobei meistens die Laut /sch/, /z/, /s/, /ch/ betroffen sind. Hier ist besonders das häufig auftretende „lispeln“ zu erwähnen
  • Zahnstellungsanomalien: drückt die Zunge z.B. immer zwischen die Schneidezähne, kann es zu einem sogenannten "offenen Biß" kommen
  • Schnarchen: das Zusammenspiel der Muskeln im hinteren Mundbereich führt dazu, daß das erschlaffte Gaumensegel im Sog der Atemluft flattert

Therapieverlauf

Wenn die myofunktionelle Störung eine Kieferanomalie verursacht oder aufrecht erhält, dann ist die Durchführung einer orofazialen Therapie beim Logopäden eine wichtige Begleitbehandlung zur kieferorthopädischen Korrektur, um zu verhindern, dass es nach kürzester Zeit wieder zur selben Fehlstellung kommt. Daher arbeiten wir eng mit den behandelnden Kieferorthopäden zusammen.

Die logopädische Behandlung erfolgt in der Regel nach ärztlicher Verordnung (privat und alle Kassen).

Rufen Sie einfach an, wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben. Wir helfen Ihnen gerne weiter.

Hörstörungen

schwerhörige Frau

Bleibende oder vorübergehende Veränderungen am Hörorgan können zu Hörstörungen führen. Einschränkungen des Gehörs treten ein- oder beidseitig auf und kommen in kontinuierlicher Abstufung von fast normaler Hörfähigkeit über Schwerhörigkeit bis zum vollständigen Ausfall des Hörsinnes vor. Eine vollständige Taubheit oder Gehörlosigkeit tritt sehr selten auf. Die Einteilung von Hörstörungen richtet sich nach Ursache, Art, Ausmaß und Lokalisation des Hörverlustes.

Ursachen von Hörstörungen 

Wie bei den meisten logopädischen Störungsbildern gibt es viele mögliche Ursachen: Z.B. erbliche Faktoren, pränatale Rötelinfektion der Mutter, als Folge von Masern-, Mumps- oder Meningitiserkrankung, chronische Mittelohrentzündung , Hörsturz als Erwachsener.

Ursache, Art und Ausmaß der Hörstörung und das Lebensalter, in dem eine Hörstörung auftritt, haben nicht nur verschiedenartige Auswirkungen auf die Kommunikationsfähigkeit sondern auch auf ihre psychosoziale Situation (z.B. Einschulung, Kommunikation mit Anderen ) und damit auf ihre Gesamtentwicklung, und zwar im geistigen, emotionalen und psychosozialen Bereich.

Bei Hörstörungen kommt es beinahe immer zu Störungen der Sprache und des Sprechens oder der Stimme:

  • undeutliche Aussprache
  • eingeschränkter Wortschatz
  • eingeschränktes Sprachverständnis
  • Dysgrammatismus (Störung der Grammatik)
  • ggf. als Folge Einschränkung der schriftsprachlichen Fähigkeiten
  • laute und hohe, leise und dumpfe oder gepresste Stimmgebung
  • verstärkte Nasalität ("Näseln")
  • Verzerrte oder monotone "Sprachmelodie" (Prosodie)

Bei Kindern mit Sprachstörungen sollte deshalb stets eine Hörstörung als Verursachungsmöglichkeit in Betracht gezogen werden und unbedingt bei einer ärztlichen Diagnostik abgeklärt werden. Je früher eine Hörstörung erkannt wird (unter Umständen schon ab dem 6. Lebensmonat, wenn der Säugling aufhört zu lallen und zu gurren), desto früher können therapeutische Maßnahmen eingeleitet werden, um die negativen Folgen einer Hörstörung auf die Kommunikationsfähigkeit entscheidend zu vermindern.

Logopädische Therapie

Bei Patienten mit Hörstörungen ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Ärzten, Audiologen, Audiometristen und Gehörlosen / Schwerhörigenpädagogen von enormer Bedeutung. So wird ergänzend zur medizinisch-apparativen Versorgung der Patienten (Hörgerät, Cochlea-Implantat) logopädische Therapie notwendig. Schwerpunkte sind hierbei zum einen die Therapieinhalte aus der Behandlung mit sprachentwicklungsverzögerten Kindern (Aussprache, Satzbau, Wortschatz), zum anderen aber auch vertiefend

  • auditive Wahrnehmung
  • Lippenlesefähigkeiten
  • Schriftsprachliche Fähigkeiten
  • Stimmgebung
  • Prosodie (Sprachmelodie)

Die logopädische Arbeit mit Cochlea-Implantat-Trägern ist nochmals eine sehr spezielle Therapieform, die wir ebenfalls sowohl für Kinder als auch Erwachsene anbieten.

Die logopädische Behandlung erfolgt in der Regel nach ärztlicher Verordnung (privat und alle Kassen).

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Erworbene Sprachstörung (Aphasie)

Kopf mit Buchstaben

Eine Aphasie ist eine zentral bedingte Sprachstörung, bei der das Sprechen (z.B. das Bilden von Lauten, die Grammatik, der Wortschatz) und/ oder das Sprachverständnis beeinträchtigt sein können. Meist ist auch das Lesen und Schreiben betroffen. Zusätzlich können noch weitere Funktionsausfälle, wie Gedächtnisstörungen, Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen, Sehstörungen und Lähmungen an Armen und Beinen (meist halbseitig) hinzukommen.

Ursachen von Aphasien

Wird für das Sprechen verantwortliche Teile des Gehirns durch Krankheit oder Unfall geschädigt oder gar zerstört, kann eine Sprachstörung auftreten. Häufige Ursachen sind z.B. Schlaganfälle, Tumoren, Verletzungen der entsprechenden Gehirngebiete durch Unfälle, Schädigungen durch Abbauprozesse des Gehirns (z.B. Morbus Alzheimer) etc..
Auch Kinder und Jugendliche können aufgrund der o.g. Ursachen eine Aphasie entwickeln.

Logopädische Behandlung

Zunächst wird das Ausmaß der Aphasie festgestellt. Es werden die Spontansprache, sowie die Fähigkeiten in der Sprachproduktion und im Sprachverständnis getestet.

Anhand der Ergebnisse wird eine individuelle Therapie erarbeitet, um möglichst Rasch wieder eine Kommunikation zu ermöglichen oder weiter zu verbessern. Fakultativ ist auch zu überlegen, ob alternative Kommunikationssysteme (Computer, Communicator) eingesetzt werden. Einen wichtigen Therapieschwerpunkt bildet auch die Beratung der Angehörigen des Patienten.

Da Betroffene häufig in Ihrer Mobilität beeinträchtigt sind, können wir die Therapie- wenn nötig- auch bei Ihnen zuhause, oder in verschiedenen Einrichtungen durchführen.

Die logopädische Behandlung erfolgt in der Regel nach ärztlicher Verordnung (privat und alle Kassen).

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Erworbene Sprechstörung (Dysarthrie / Dysarthrophonie)

Kind schreit Buchstaben

Als Dysarthroponie bezeichnet man eine Sprechstörung, deren Ursache in einer Fehlfunktion der Motorik der am Sprechvorgang beteiligten Organe (z.B. Zunge, Lippen, Gaumensegel) liegt. Dabei sind die sog. Funktionskreise Atmung, Stimmgebung (Phonation) und Artikulation (Aussprache) betroffen.

Ursachen von Dysarthrien

Werden bestimmte Gebiete des Nervensystems geschädigt, kommt es zu einer Dysarthrophonie. Ursächlich verantwortlich können bspw. sein: Morbus Parkinson, Multiple Sklerose (MS), ALS, Bulpärparalyse, oder Schädel-Hirn-Traumata nach Unfällen. Parallel sind auch Störungen der Körpermotorik wie Hypotonie (zu geringe Muskelspannung), Hypertonie (zu hohe Muskelspannung), Ataxie (unkoordinierte Bewegungsausführung) oder Hyperkinesen („Bewegungsunruhe“) - die sich auch in den am Sprechen beteiligten Funktionskreisen zeigen - zu beobachten.

Je nach Grad der Schädigung eines oder mehrerer Funktionskreise sind unterschiedliche Symptome zu beobachten, wie z.B.

  • undeutliche, verwaschene Artikulation (Aussprache)
  • beschleunigtes oder verlangsamtes Sprechtempo
  • abgehackte Sprechweise, monotones Sprechen
  • zu lautes oder zu leises Sprechen
  • rauher und gepresster Stimmklang, nasaler Stimmklang ("Näseln")
  • Kurzatmigkeit

Logopädische Therapie

Nach genauer Abklärung der Ursachen der Dysarthrie durch den Neurologen wird eine eingehende Diagnostik mittels Testverfahren durchgeführt. Dabei werden Art und Ausmaß der gestörten Funktionskreise festgestellt und daraus die Therapieschwerpunkte abgeleitet. Übergeordnetes Ziel ist es, die Kommunikationsfähigkeit des Patienten so gut wie möglich wiederherzustellen. Die zielorientierte Arbeit an den Defiziten in den einzelnen Bereichen ist ein wichtiger Grundsatz. Fakultativ ist auch zu überlegen, ob alternative Kommunikationssysteme (Computer, Communicator) eingesetzt werden. Einen wichtigen Therapieschwerpunkt bildet auch die Beratung der Angehörigen des Patienten.

Die logopädische Behandlung erfolgt in der Regel nach ärztlicher Verordnung (privat und alle Kassen).

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Schluckstörungen (Dysphagie)

älterer Mann räuspert sich und trinkt Wasser

Als Schluckstörungen bezeichnet man Störungen der Nahrungsaufnahme. Sie können sich auch als Kau- und/ oder Trinkstörungen äußern.. Das Essen und Trinken ist dann häufig nur noch schwer möglich. Außerdem können schwere gesundheitliche Störungen (z.B. Lungenentzündungen) die Folge sein. Die Lebensqualität wird meist durch solche Störungen immens beeinträchtigt, da es sich beim Essen- und Trinken um eines unserer Grundbedürfnisse handelt.

Mögliche Ursachen von Schluckstörungen

  • Neurologische Erkrankungen (z.B. Schlaganfall, Multiple Sklerose, ALS, Morbus Parkinson, Hirnschädigung nach Unfall). Schluckstörungen treten hierbei häufig neben Sprach- und Sprechstörungen auf (siehe auch Aphasie, Dysarthrie).
  • Tumorerkrankungen im Mund-, Rachen- und Kehlkopfbereich. Nach operativen Maßnahmen bestehen im Mundraum häufig stark veränderte Gegebenheiten.
  • Beeinträchtigungen von Kehlkopf bzw. Stimmbändern (z.B. Kehlkopfentzündungen oder Stimmbandlähmungen nach Langzeitbeatmung oder Schilddrüsenoperation). 
  • Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten. Je nach Ausprägung treten auch Probleme beim Saugen, Füttern und Schlucken auf.

Logopädische Therapie 

Möglichst unverzüglich sollten bei Schluckstörungen die Voraussetzungen für die orale Nahrungsaufnahme mittels Anpassung der Nahrung, Erlernen von effektiven Schlucktechniken und das Training der für das Schlucken wichtigen Muskulatur geschaffen werden. Eine enge Zusammenarbeit mit den Angehörigen und ggf. des Pflegepersonals ist hierbei von großer Bedeutung.
Die logopädische Behandlung erfolgt in der Regel nach ärztlicher Verordnung (privat und alle Kassen).
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Stimmstörungen (Dysphonie)

Frau fasst sich an den Hals vor Schmerzen

Es handelt sich hierbei um Beeinträchtigungen der Stimme, die durch eine Störung des Stimmklanges und der stimmlichen Leistungsfähigkeit gekennzeichnet sind. Als Ursachen von Stimmstörungen können in Frage kommen:

  • Funktionelle Ursachen: z.B. durch Gewohnheit bedingter unzweckmäßiger Stimmgebrauch, durch zu starke Anstrengung, übermäßiger, zu langer, oder zu lauter Stimmgebrauch.
  • Psychische Ursachen: z.B. psychosozialer Stress etc. 
  • Hormonelle Ursachen
  • Organische Ursachen: z.B. nach Lähmungen des Kehlkopfnervs nach einer Schilddrüsenoperation

Übrigens, auch Kinder können bereits im Alter von 5-10 Jahren eine Stimmstörung (Juvenile Dysphonie) entwickeln! 

Häufige Symptome:

  • Klangveränderung der Stimme (Heiserkeit, brüchiger, belegter, knarrender oder verhauchter Stimmklang, Aphonie (Wegbleiben der Stimme))
  • zu hohe oder zu tiefe Sprechstimmlage
  • zu leise oder zu laute Sprechstimme
  • Verspannungen und Fehlstellungen der Zunge, der Lippen, des Unterkiefers, der Gesichts-, Hals-, Rachen- Nacken-, Schulter- und evtl. der gesamten Körpermuskulatur (damit verbunden häufig Kloßgefühl im Hals)
  • gestörte Atmung beim Sprechen (z.B. Schnappatmung mit hörbarem Einziehen)
  • Enge Artikulation mit geringen Kieferöffnungsbewegungen, unzureichende Lippenbewegungen
  • Organische Veränderungen der Stimmlippen (ugs. "Stimmbänder") wie z. B. Stimmlippenknötchen sind als Folge dauerhaften falschen Stimmgebrauchs nicht selten.

Logopädische Therapie

Nach eingehender Untersuchung wird gemeinsam mit dem Patienten ein individueller Therapieplan aufgestellt. Es werden je nach Art und Ausprägung der Stimmstörung unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt. Ziel ist es, einen möglichst funktionsgerechten und ökonomischen Stimmgebrauch zu erreichen.

Die Therapie findet meist 2 mal wöchentlich in Einzelsitzungen statt (ca. 45 Min.). Eine enge Kooperation mit dem Arzt (meist Hals-Nasen-Ohren-Arzt oder Phoniater) während der Behandlung ist selbstverständlich. Der Arzt stellt anfangs mittels spezieller Untersuchungen des Kehlkopfes fest, ob eine Stimmstörung vorliegt und eine logopädische Therapie notwendig ist.

Gerade bei Stimmlippenlähmungen (z.B. durch die Nerv- Schädigung bei einer Schilddrüsenoperation) sollte umgehend mit der Stimmtherapie begonnen werden. Hier bietet sich in Kombination mit weiteren effektiven Therapiemethoden auch eine – sehr häufig auch von HNO- Ärzten favorisierte Reizstromtherapie mittels VocaStimm®- Gerät an. Auch diese Therapiemethode wird in meinen Praxen mit langjähriger Erfahrung angeboten.

Die logopädische Behandlung von Stimmstörungen erfolgt in der Regel nach ärztlicher Verordnung (privat und alle Kassen).

Kennen Sie die Situation, dass Ihre Stimme schnell ermüdet, dass Sie beim Sprechen vielleicht öfter außer Atem sind, dass Ihre Stimme wenig belastbar ist?

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Stottern

Junge bei Sprachübung

Unter Stottern versteht man Störungen des Redeflusses durch Wiederholen von Lauten, Silben und Wörtern und/oder durch Blockaden.

Pressendes Verharren in der Artikulationsstellung und auffällige Bewegungen der Mimik und Körpermotorik (sog. Mitbewegungen) können bei chronischem Stottern auftreten, ebenso wie emotionale Begleiterscheinungen (Angst-, Wut-, Schamreaktionen) und sprachliches und/oder soziales Vermeideverhalten. 

Oft ist die gesamte Kommunikation (auch die Situation des Gesprächspartners) beeinträchtigt. Stottern wird daher auch als Kommunikationsstörung bezeichnet.

Altersgemäße Sprechunflüssigkeiten

Im Alter zwischen 2 1/2 und 4 1/2 Jahren treten bei fast allen Kindern im Rahmen ihrer Sprachentwicklung Phasen auf, in denen sie manchmal Satzteile oder Wörter wiederholen oder im Sprechen innehalten, um das richtige Wort zu finden oder den Ablauf des Satzes richtig gestalten zu können. Diese Unsicherheiten im Sprechablauf sind völlig üblich - sie werden von den Fachleuten als entwicklungsbedingte Sprechunflüssigkeiten bezeichnet. Sollten sich diese Auffälligkeiten jedoch verändern, z.B.:

  • aus Wortwiederholungen werden Lautwiederholungen
  • lockere Wiederholungen werden “verkrampft“
  • die Symptomatik nimmt deutlich zu
  • das Kind zeigt Reaktionen auf die Unflüssigkeiten (wirkt ängstlich, hilflos oder vermeidet das Sprechsituationen)
  • die Unflüssigkeiten dauern länger als ein halbes Jahr

sollten die Eltern zur genaueren Abklärung einen Logopäden aufgesuchen.

Ein informeller Kurztest, ob es sich noch um entwicklungsbedingte Unflüssigkeiten handelt, oder eine logopädische Diagnostik angestrebt werden sollte finden Sie unter www.ivs-online.de.

Ursachen von Stottern

Eindeutige Erklärungen gibt es bis zum heutigen Tage nicht. Man geht davon aus, dass Stottern auf Grund verschiedener kombinierter Faktoren aus dem körperlichen und seelischen Bereich und aus Umwelteinflüssen entsteht. Viele Symptome entstehen erst als Reaktion auf das anfängliche Stottern und verändern sich im Laufe der Zeit ständig.

Logopädische Behandlung

In der wissenschaftlichen Literatur finden sich unzählige Methoden über die Therapie des Stotterns bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Das "Allheilmittel" wurde bis zum heutigen Tag leider noch nicht gefunden, wenn auch in den Medien gerne von spektakulären neuen Heilmethoden berichtet wird. Es existieren jedoch erfahrungsgemäß durchaus wirksame Methoden, um das Stottern positiv zu beeinflussen.

Die logopädische Behandlung erfolgt in der Regel nach ärztlicher Verordnung (privat und alle Kassen).

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Lese- Rechtschreibstörungen

Scheiben mit Buchstaben

Entwicklungsdyslexie und -dysgraphie

Legasthenie

Unter der umschriebenen Lese- und Rechtschreibschwäche sind Störungen zu verstehen „deren Hauptmerkmal eine ausgeprägte Beeinträchtigung der Entwicklung der Lese- und Rechtschreibfähigkeit ist, die nicht durch eine allgemeine intellektuelle Behinderung oder inadäquate schulische Betreuung erklärt werden kann“(Remschmidt und Schmidt 1986).

LRS ist also eine Leistungsstörung, welche im Rahmen des konventionellen Lese- und Rechtschreibunterrichts zu einer Stagnation des Lernprozesses führt, während in anderen Leistungsbereichen primär dem Intelligenzniveau des Kindes entsprechende Leistungen erzielt werden.

Die Entwicklungsdyslexie und -dysgraphie meint eine schwere Störung des Schriftspracherwerbs unabhängig von intellektuellen, kulturellen und emotionalen Verursachungsfaktoren. Entwicklungsdyslexie und -dysgraphie ist ein international gebräuchlicher Begriff. Dyslexie steht für Lesestörung und Dysgraphie bzw. Dysorthographie für eine Rechtschreibstörung.

Der Begriff Legasthenie ist eng verbunden mit der Diskrepanz-Definition aus den 60-70er Jahren. Es wurde getrennt zwischen Schülern mit isolierter Legasthenie (wenn der IQ mindestens größer 85 war und der Rechtschreibtest einen Prozentrang von kleiner als 15 aufwies) und anderen Kindern mit Lese-und Schreibproblemen. Nur die Kinder mit einer „echten“ Legasthenie wurden gefördert und erhielten zusätzlich Notenbefreiung. Diese Trennung stellte sich als unsinnig heraus und wurde bald aufgehoben. Dieser vorbelastete Begriff sollte nicht weiter benutzt werden. Er trug wenig zur Entwicklung von Behandlungsansätzen noch zu Ursachenbeschreibung bei und führte eher zur Verunsicherung der Eltern und Lehrer.

Hypothesen zur Verursachung

Generell ist von einem Einfluss mehrerer Faktoren auszugehen. Bei der Entstehung und Ausprägung können sowohl „innere“ als auch „äußere“ Faktoren eine Rolle spielen.

Im Inneren des Kindes beeinflussen u.a. Gehirnstruktur und – funktion, Erbfaktoren, Wahrnehmungsfähigkeit und organische Gegebenheiten (z.B. „verdecktes Schielen“) die Lese-Schreibleistungen. Als äußere Faktoren nehmen z.B. Schule, Erziehung und längere Krankheiten Einfluss.

Wichtig ist jedoch: Die aufgeführten Faktoren können, müssen jedoch nicht zur LRS führen!

Für logopädische Therapie in Frage kommende Kinder zeigen u.a. folgende Auffälligkeiten:

  • im Vorfeld Auffälligkeiten während der Sprachentwicklung und/ oder auditive Differenzierungsschwäche (besonders ähnlich klingende Laute können nicht gut unterschieden werden)
  • besonders ähnlich aussehende Buchstaben werden vertauscht (z.B. b/d)
  • Defizite in der Lautsynthese (das Zusammenziehen der Laute zu einem Wort gelingt nicht, es wird häufig buchstabiert)
  • Defizite in der Lautsegmentierung (das Unterteilen eines Wortes in Silben und Laute fällt schwer)
  • Verkürztes auditives Kurzeitgedächtnis
  • Verkürztes visuelles Kurzzeitgedächtnis
  • Auditive Durchgliederungsschwäche (z.B. Wörter können nicht aus Sätzen, Laute nicht aus Wörtern "gefiltert" werden)
  • Konzentrationsschwächen. Dies kann z.B. bei der Fehlerüberprüfung zum Problem werden: Obwohl das Kind die richtige Schreibweise kennt, übersieht es beim Überprüfen auf Grund zu geringer Konzentration den Fehler.

Therapie

Basis der Berhandlung ist eine umfassende Befunderhebung/Diagnostik (bei Risikokindern auch schon im Kindergartenalter!). Es muss differenziert werden, ob es sich um eine LRS handelt, oder ob andere Verursachungsfaktoren (z.B. psychische Faktoren, Lernbehinderung u.a.) für die Lese-Rechtschreibprobleme verantwortlich sind.

Aus den Testergebnissen werden die Therapieschwerpunkte und -inhalte abgeleitet, zum Beispiel:

  • Übungen zur Verlängerung d. auditven und visuellen Merkspanne (jedoch nur bis zu einem best. Alter sinnvoll)
  • Verbesserung der auditven Wahrnehmung
  • Verbesserung d. Fähigkeiten zur Sprachdurchgliederung
  • Verbesserung d. Fähigkeiten zur Lautsynthese u. -segmentierung
  • Erarbeitung von Regelwissen (z.B. Groß-, Kleinschreibung)
  • Elternberatung

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